Premiere Sophiensaele Berlin: 2. Mai 2014 und 3. & 4.5.14 / Lecture Performance im Rahmen von Experiment und Bewahrung. Rekonstruktion im Tanz, Akademie der Künste Berlin, 24. Juni 2014 / Aufführung der Performance: Room Dances Festival Israel: Dezember 2014 / Sophiensaele Berlin: 15.–18. April 2015

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Die Performance "undo, redo and repeat"

Die Performance „undo, redo and repeat“ basiert auf den physischen Erinnerungen der ZeitzeugInnen. Christina Ciupke und Anna Till haben Irene Sieben, Reinhild Hoffmann, Martin Nachbar und Thomas McManus gebeten, eine physische Erinnerung an sie weiterzugeben, die in direkter Beziehung zum Werk des jeweiligen Protagonisten steht und/oder sich zu ihrer eigenen Arbeit verknüpft. Mit der „Einladung zur Weitergabe“ wurden die ZeitzeugInnen gebeten, den Choreografinnen ein Fragment aus ihrer Erfahrung und/oder Beschäftigung mit den ProtagonistInnen zu überlassen, damit es im heutigen Kontext erinnert wird und gleichsam in der Geschichte überlebt.

In Bezug auf Pina Bausch als Protagonistin wurde eine Vielzahl von ZeitzeugInnen und ZuschauerInnen zu ihren Erinnerungen an die Stücke des Wuppertaler Tanztheaters oder an Pina Bausch selbst befragt.

Die so weitergegebenen Fragmente sind ganz unterschiedlicher Art: ein spezifisches Bewegungsmaterial, ein Teil eines existierenden Werkes, ein Bewegungsprinzip, ein neuer choreografischer Inhalt, eine Improvisationstechnik oder ein Score. Die physische Erinnerung der ZeitzeugInnen wurde in schriftlicher Form an Christina Ciupke und Anna Till übergeben. Die Performance umfasst die verkörperte Interpretation jeder dieser Instruktionen – aufeinanderfolgend und als weiterführender Akt der Weitergabe: Von den Akteurinnen an die BetrachterInnen. Analog zum inhaltlichen Anliegen des gesamten Projektes gilt das Interesse bei der Realisierung der Performance dem Phänomen der Weitergabe als vitale und dennoch fragile und fragmentarische Verbindung zwischen persönlicher Erinnerung und Geschichte.

Die Performance „undo, redo and repeat“ findet in einem offenen Raum ohne vorgegebene Blickrichtung statt. Die ZuschauerInnen bewegen sich frei und folgen den einzelnen Performancefragmenten durch den Raum. Wichtiger Bestandteil der Performance ist ein Heft, das alle festgehaltenen Weitergaben der ZeitzeugInnen zusammen mit Informationen zu ihnen und den ProtagonisteInnen versammelt und zu Beginn der Vorstellung an die ZuschauerInnen verteilt wird.

The Performance undo, redo and repeat

For the performance part we asked each of our witnesses: Irene Sieben, Reinhild Hoffman, Martin Nachbar, and Thomas MacManus to transmit/give us a physical memory which they connect directly to the protagonist and possibly, beyond that point, to their own work - a fragment which they want to be remembered today and to survive in history. The transmitted fragment could be specific movement material, a part of an existing work, a dance principle, a new choreographic content, a improvisation-technique, a score etc. Each of them could decide to specify, or not, how should we work with a given content. Furthermore, we asked the witnesses to put down their proposal into a written document as an instruction, a score or a performance directive to be transmitted to us. In case of Pina Bausch we asked spectators for their special memories on moments of her performances. Based on these documents our physical exploration with the transmitted proposal started.

The performance includes the embodied interpretation of each of these instructions handed to us  - one after the other and yet another act of transmission: from us to the spectator. In the spirit of the overall project, our interest remains a fractured topography of transmission - a vital yet fragile space-time that is taking place in between personal memory and history.

The performance takes place in an open space with no dominant viewing direction set. The audience moves freely and can follow the individual performance fragments around the space. An important element of the performance is a booklet, distributed to the spectators at the start of the piece, which is a collection of all the recorded work the eye witnesses handed on together with information about them and the protagonists.